Die Marburger Nordstadt im Wandel

Seit einiger Zeit ist ein umfassender Wandlungsprozess im Marburger Nordviertel im Gange. Drei “Großprojekte” betreibt die Marburger Immobilien-Firma “S+S Grundbesitz GmbH”. Dem Unternehmen ist es laut eigener Aussage eine „Herzensangelegenheit, das Image des nördlichen Stadtviertels zu verbessern”. Dies soll erreicht werden mit dem Bau des “Neumarkt Nord”, der im März 2012 fertiggestellt wurde, des “Campus III” in der Alten Kasseler Straße auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände der Universität und mehrerer Häuser für “generationenübergreifendes Wohnen” in der Neuen Kasseler Straße.
Der „Neumarkt Nord“ beheimatet seither einen Supermarkt, eine Drogeriekette, eine Bäckerei sowie ein Reisebüro. Das Einkaufszentrum erscheint in der Darstellung der Immobilienfirma im Internet als erster Schritt zu einem „liebens- und lebenswerten Stadtteil“, der das Nordviertel aus Sicht von „S+S“ bisher anscheinend nicht war. Der Werbeslogan des Unternehmens: “Leben im Nordend – Mitten im Leben”.
In der Alten Kassler Straße entsteht auf ehemaligem Bahngelände das „Campus III“-Projekt. Es ist die Fortführung der Projekte „Campus I und II“, die nach eigenen Angaben eine „Erfolgsgeschichte“ waren und beinhaltet 107 Studentenwohnungen inklusive Tiefgarage. „S+S“ verkauft die Eigentumswohnung an Privatleute, die sie dann wiederrum weitervermieten. Was man dabei am Ende an Mietpreisen erwarten kann, zeigt ein Vergleich mit dem „Campus I“. Dort bezahlt man etwa für 35qm 450 Euro kalt, was einen Quadratmeterpreis von stolzen 12,90 Euro ergibt. Die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter beträgt laut „Immobilienscout24“ in Marburg 8,50 Euro. Die
vermeintliche Schaffung von „studentischem Wohnraum“ entpuppt sich am Ende so als teure Überraschung.

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